Lehrstellenatlas 2018/2019

18 P Praktikum Eine gute Möglichkeit einen Beruf bereits vor der Aus- bildung kennenzulernen ist ein Praktikum. Hierbei kann man nicht nur verschiedene Berufe„erproben“, sondern auch den möglichen Ausbildungsbetrieb kennenlernen. Man erhält Einblicke in die Arbeitswelt des Unternehmens, das Be- triebsklima und den Tagesablauf. Wer im Praktikum positive Erfahrungen macht, sollte den Kontakt zum Unternehmen nicht abreißen lassen und sein Interesse für eine Ausbildung zeigen. Probezeit Jedes Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit einer Probe- zeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Die konkrete Dauer der Probezeit wird im Berufsausbildungsvertrag festgelegt. Prüfungen Mit der Zwischenprüfung, meistens zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres, wird der aktuelle Wissensstand getestet. Sie ist ein Muss, hat aber keinen Ein uss auf das Abschluss- zeugnis. Es kann niemand durchfallen - im Gegensatz zur Abschlussprüfung: In der Abschlussprüfung muss der Aus- zubildende nachweisen, dass er die geforderten praktischen und theoretischen Kenntnisse erworben hat und mit demwe- sentlichen Berufsschulsto vertraut ist. Wer durchfällt, kann zweimal wiederholen. S Sachbezugswerte Soweit der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden Sachleistungen wie Kost und/oder Wohnung gewährt, können diese in Höhe von festgesetzten Sachbezugswerten auf die Vergütung angerechnet werden. T Teil- zeitbe- rufsaus- bildung Bei berechtig- tem Interesse besteht die Mö g l i c h k e i t eine Ausbildung in Teilzeit zu ab- solvieren. Typische Fälle sind die Betreu- ung eines Kindes oder p egebedürftiger Fami- lienangehöriger. Es kann so wohl bei der täglichen als auch bei der wöchentlichen Ar- beitszeit gekürzt werden. In Ausnahmefällen wird dann die Gesamtausbildungszeit verlängert. U Übernahme/Weiterbeschäftigung Azubis haben keinen Anspruch auf eine Übernahme oder Weiterbeschäftigung nach Abschluss der Ausbildung. Ambesten, Sie sprechen Ihren Arbeitgeber etwa 3Monate vor Ablauf der Ausbildungszeit an – und bewerben sich gleichzei- tig bei anderen Unternehmen um eine Stelle. Überstunden Bei Jugendlichen (unter 18 Jahre) sind Überstunden nur möglich, wenn sie der Vorarbeit für einen Brückentag (frei- er Tag zwischen einem Feiertag und dem Wochenende) dienen. Für über 18jährige sind Überstunden möglich, sie müssen jedoch gesondert vergütet werden. Urlaub Die Dauer des Urlaubs muss im Berufsausbildungsvertrag festgelegt werden. Für Jugendliche beträgt der Urlaub je nach Alter zwischen 25 und 30 Werktagen; für Erwachsene nach dem Bundesurlaubsgesetz mindestens 24 Werktage. V Vergütung Im Berufsausbildungsvertrag muss eine Vereinba- rung über die Zahlung und Höhe der Vergütung enthalten sein. Die zu gewährende Vergütung ist spätestens am letz- ten Arbeitstag des Monats zu zahlen und muss mindestens jährlich ansteigen. Die Höhe der Vergütung muss im Vertrag konkret bestimmt sein; ein Hinweis auf tari ich vereinbarte Ausbildungsvergütungen genügt nicht. Z Zeugnis Der Auszubildende erhält nach bestandener Prüfung von der IHK ein Prüfungszeugnis, auf dem auf Wunsch auch die Durchschnittsnote des Berufsschulabschlusses vermerkt ist. Wenn die Ausbildung beendet ist oder Sie den Betrieb verlassen, haben Sie Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Hierbei unterscheidet man zwischen einfachen und quali zierten Ar- beitszeugnissen. Einfache Zeugnisse bescheinigen lediglich, dass Sie in einem bestimmten Zeitraum die genannten Tätig- keiten ausgeübt haben. Quali zierte Zeugnisse dagegen be- urteilen auch das Verhalten. Foto:©contrastwerkstatt-stockadobe.com

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